Radio Feierwerk informiert über das Projekt

Schon fast traditionsgemäß wurde unsere Schule mit einer fünften Klasse im Rahmen des Prix Jeunesse International in das Feierwerk München eingeladen, um hier für zwei Stunden einige Filme anzuschauen und anhand eines standardisierten Fragebogens zu bewerten: Die Produktionen kamen aus 22 verschiedenen Ländern (Schweden, Dänemark, Großbritannien, Israel, Chile, Brasilien, China, Japan u.v.a.) und behandeln die unterschiedlichsten kinderrelevanten Themen. Die Sendungen bieten Einblick in die dortige Kultur und die entsprechende Sozialisation von Kindern, darüber hinaus ermöglichen sie so einen attraktiven Ansatz zur interkulturellen Bildung, der im Zusammenhang mit dem schulischen Lernbereich „Medien nutzen und reflektieren“ steht. Der Bayerische Rundfunk fungiert alle zwei Jahre als Gastgeber des Prix Jeunesse International, der mit Hilfe einer Fachjury die besten internationalen Fernsehproduktionen im Bereich Kinder- und Jugendfilm auszeichnet, wobei auch ein eigener Preis durch die Kinderjury verliehen wird. In der Kategorie „Filmproduktionen für Fünf- bis Elfjährige“ erhalten Schülerinnen und Schüler der fünften Jahrgangsstufe als Kinderjury die Gelegenheit, in den Sparten „Non-Fiction“ und „Fiction“ ihr Votum abzugeben.
Insgesamt liegen 44 Produktionen mit fast 14 Stunden Sendezeit vor und warten auf eine Bewertung. Glücklicherweise mussten wir nicht alle Filme bewerten, sondern hatten lediglich vier Filme zu begutachten, was sich schon als ziemlich anstrengend erwies. Aus der Kategorie „Non-Fiction“ nahmen wir Einblick in die folgenden zwei Produktionen:
„Merle“
Mit neun Jahren entdeckt Merle ihre Leidenschaft für die Holzbildhauerei, als sein an einem Schulworkshop teilnimmt. Jetzt, als Elfjährige, und fast schon ‚alter Hase’ erhält sie ihren ersten professionellen Auftrag. Merle soll für das städtische Krankenhaus eine Skulptur schnitzen. Ihre eigene Erfahrung ist ihr dabei der beste Ratgeber – vor einem Jahr wurde Merle selbst einen Monat lang genau dort gesund gepflegt. Endlich hat sie Gelegenheit, auf ihre ganz persönliche Art dem Krankenhaus zu danken – mit einer Skulptur für die Kinderstation.“
„See something – say something“
Von anderen Kinder geärgert zu werden, ist selten lustig – vor allem nicht, wenn dich jemand so richtig auf dem Kieker hat. Beim Fußballspielen hat Markus kein Tor geschossen und jetzt lässt er seine Wut an einem anderen Jungen aus. Kelly hat gerade Spaß beim Hüpfspielen im Schulgarten, als ihre Freundin grundlos von einem Jungen geschubst und beschimpft wird. Auf dem Spielplatz wir ein Mädchen von einem anderen geschlagen – und ihren Freundinnen trauen sich nicht, ihr zu helfen. Wie kann man reagieren, wenn man selbst oder ein Freund geärgert wird? Und warum sind manche Leute ganz grundlos gemein? Kelly, Markus und andere erzählen ihre Geschichten und berichten von Mut, schlechtem Gewissen und einem Happy End.“

In der Sparte „Fiction“ ging es um die Bewertung der folgenden Kinderfilme:
„AF1 / Alle für einen“
AF 1 ist eine mitreißende Mischung aus Tanz und Gesang, Drama und Romantik. Lisa, eine sehr talentierte Balletttänzerin, soll die Hauptrolle in einem Stück tanzen, das ihre Klasse an der Norwegischen Oper aufführen darf. Sie aber hat genug von all den Regeln im Ballett. Als sie im Jugendclub einen Hip Hop Battle sieht, ist sie fasziniert vom Freestyle – improvisiertes Tanzen, wie es scheint, ganz ohne Regeln. Bei dem Versuch, bei AF1 aufgenommen zu werden, entdeckt Lisa allerdings, dass es auch im Hip Hop ganz eigene Gesetze gibt. Lisas Weg, sich den Respekt von den Hip Hop-Tänzern zu verdienen, führt sie immer weiter weg vom Ballett und gefährdet schließlich die ganze Aufführung an der Norwegischen Oper.“
„Firuze“
Firuze ist sechs Jahre alt, liebt ihre Barbiepuppen und tanzt leidenschaftlich gerne Jazz-Ballett. Mit ihren Eltern lebt Firuze, ein türkisches Mädchen, ein ungetrübtes Leben – wäre da nicht der Besuch ihrer Großmutter aus der Türkei. Plötzlich verschwinden die Barbies und Firuzes Mutter trägt wieder Kopftuch.
Ginge es nach der Großmutter, müsste Firuze ihr Leben ‚türkischer’ gestalten.
Wird Firuze trotzdem weiter tanzen können?“
Hoch motiviert und interessiert kamen die 32 Schülerinnen aus der Klasse G 5c ihrer Aufgabe als Jurorinnen nach, unterbrochen von einer längeren Pause, in der man essen und trinken konnte, um sich für die weitere Arbeit zu stärken. In der anschließenden Diskussion stellte sich dann heraus, dass die Fernsehproduktionen doch ziemlich unterschiedlich bewertet wurden. Leider konnten wir dann keinen weiteren Film in Augenschein nehmen, denn es warteten schon Schülerinnen und Schüler einer anderen Schule auf die begehrten Arbeitsplätze. Wer unbedingt alle Filme sehen und bewerten will – also die gesamten 44 Produktionen –, der hat vom 28.05 bis zum 02.06.2010 dazu Gelegenheit.
Dr. Jürgen Schmelter