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Freiarbeit im Mathematikunterricht

Der Mathematikunterricht heute an unserer Schule versucht den Schülerinnen nicht nur Inhalte zu vermitteln, sondern sie auch zu befähigen, mathematisch tätig zu werden. Unterschiedliche Erfahrungsfelder innerhalb des Unterrichts fördern dabei die Selbstständigkeit und das selbst gesteuerte Lernen der Mädchen.

Durch verschiedene Formen der Freiarbeit versuche ich im Mathematikunterricht den Schülerinnen die Gelegenheit zu bieten, nach ihren Möglichkeiten und innerhalb festgelegter Strukturen zu handeln und zu interagieren. Neben der eigenverantwortlichen Organisation des Wissensaufbaus steht dabei natürlich auch die Motivation und Lernbereitschaft als zentraler Faktor im Vordergrund für diesen Lernprozess. Neugier und die Bereitschaft zu erkennen „nur selbst lernen macht schlau“ initiieren meiner Meinung nach selbst gesteuertes Handeln.

Ein Beispiel für die 6. Jahrgangsstufe ist ein Lernzirkel zum Thema „Addition und Subtraktion von Brüchen“ mit dem Untertitel „Eine Reise durch das Land der Brüche“.


Der Lernzirkel wurde in groben Zügen der CD „Freies Arbeiten am Gymnasium“ 2. Auflage 2000 der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen entnommen.

Insgesamt ist der Lernzirkel für vier Unterrichtsstunden plus Hausaufgaben konzipiert. Zu Beginn der ersten Stunde war von mir bereits die Mathe-Infowand eingerichtet worden, auf der alle Stationen mit Arbeitsanweisungen, sämtliche Arbeits- und Lösungsblätter und die freiwilligen Sonderaufgaben aushingen bzw. auslagen.

Jede Schülerin erhielt die oben abgebildete Landkarte mit „Fahrplan“ als Orientierungshilfe, auf der während der Unterrichtseinheit die zurück gelegten Strecken markiert wurden. Und schon konnte es losgehen …

Ich selbst als Lehrkraft war so in den folgenden Unterrichtsstunden im Prinzip überflüssig geworden.

Meinungen der Schülerinnen:

Kristina: „Das Arbeitsblatt mit dem Rätsel hat mir besonders gut gefallen. Alles in allem war’s super!“

Annika: „Man konnte sich aussuchen, was man als Hausaufgabe macht, was man als erstes macht und ob man überhaupt etwas als Hausaufgabe macht. Das war gut.“

Alexandra: „Mir hat gefallen, dass ich von anderen was erklärt bekommen habe und dass ich auch anderen was erklären konnte. Es hat einfach mehr Spaß gemacht als normaler Unterricht. Manchmal haben andere an der Infowand gedrängelt. Das war nicht so schön.“

Melanie: „Besonders schön waren die Spiele, dass man im Buch nicht alle Aufgaben machen musste und überhaupt die Idee mit den verschiedenen Stationen.“
Bianca: „Mir hat gefallen, dass wir unser Tempo selbst bestimmen durften, dass wir alles alleine gemacht haben und dass wir am Schluss Mathespiele gemacht haben.“

Stefanie: „Im Großen und Ganzen hat mir alles Spaß gemacht. Ich würde mich freuen, wenn wir nochmals so einen Lernzirkel machen würden.“

Alexia: „Es war alles sehr abwechslungsreich. Man musste auch sehr viel mitdenken und ich finde, wenn man die Möglichkeit hat, alles selber zu erarbeiten, dann lernt man mehr und kann es besser anwenden.“

Kristina: „Die Arbeitsblätter, auf denen unten die Lösungen standen, haben mich dazu verführt auf die Lösung zu schauen.“

Sophia: „Gut fand ich, dass man sich alles selbstständig erarbeitet hat. Wir konnten zu Hause so viel machen, wie wir wollten und durften uns selbst einteilen, wie viel wir jeweils zu Hause machen wollten. Trotzdem bin ich ohne Probleme fertig geworden.“

Zusammengefasst sind es unsere Aufgaben als Lehrende
1. die Balance zwischen Instruktion und Konstruktion zu halten
2. die Schülerinnen zu motivieren
3. den Schülerinnen eine Orientierung zu geben
4. die Schülerinnen zu beraten und ihre Lernprozesse zu moderieren
5. die Lernarrangements didaktisch zu gestalten
6. Methoden zur Leistungsauswertung und Reflexion zu entwickeln

(nach: Praxis Mathematik, Heft 1, Februar 2005, Aulis Verlag)

Jutta Backhaus


 

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