„Mutig an den Start gehen“
Gottesdienst zum Schuljahresanfang
für die fünften Klassen des
Gymnasiums und der Realschule
Unter dem oben genannten Motto fand am ersten Schultag des Schuljahres 2008/2009 in unserer Schule der Gottesdienst für unsere neuen Schülerinnen der fünften Klassen des Gymnasiums und der Realschule statt, die von ihren Eltern, aber wohl auch von Großeltern, Verwandten und Freunden in unsere Kirche begleitet wurden, in der die zahlreichen Gäste gerade noch untergebracht werden konnten.
Zelebriert wurde der Gottesdienst von Herrn Pfarrer Bauer (Pfarrei Christkönig), vorbereitet hatten ihn Schülerinnen der Klasse G 6c zusammen mit ihrem Religionslehrer, Herrn Dr. Schmelter.
Im Anschluss an die liturgische Eröffnung des Gottesdienstes, die von Herrn Pfarrer Bauer und seinem evangelischen Kollegen vorgenommen wurde, erläuterten zwei Schülerinnen das Motto dieses Gottesdienstes:
So stellten sie am Beispiel des Begriffes „Schullaufbahn“ den Bezug zum Thema Sport heraus, das bereits im Motto des Gottesdienstes aufscheint. Die Schülerinnen wiesen darauf hin, dass sich auch Sportlerinnen und Sportler auf den Start vorbereiten müssen, wobei sich ein mentales Training als unverzichtbar erweist. Dann konnte das von den Schülerinnen der G 6c konzipierte mentale Training beginnen.
![]() |
Die sich damit anschließende „Sportaktion“, die von Schülerinnen im Sportdress
jeweils nach dem Signal aus einer Trillerpfeife dargeboten wurde, stellte einige
aus dem Sportunterricht bekannte Utensilien als Symbole für das neu beginnende
Schuljahr heraus.
Die Startnummer drückt aus, dass jede Schülerin an unserer Schule nicht irgendwo
namenlos untergeht, sondern als unverwechselbares, wertvolles Individuum einen
festen Platz in unserer Schule einnimmt.
Das Staffelholz zeigt, dass ohne Zusammenarbeit, Teamgeist und Vertrauen
zwischen allen Beteiligten das Ziel nicht erreicht werden kann.
Die Siegerurkunde verdeutlicht, dass die Orientierung auf ein Ziel zur
Selbstverwirklichung beiträgt und dass Anerkennung das Selbstvertrauen
stärkt.
In diesem Moment ertönte wiederum die Trillerpfeife und aus dem Hintergrund
waren zwei Schülerinnen zu hören, die darauf hinwiesen, dass offensichtlich noch
etwas Wichtiges nicht berücksichtigt wurde.
Sie brachten einen Schirm nach vorne, der als Symbol für den Schutz steht, den
man in vielen Situationen finden kann. So wiesen sie darauf hin, dass man in der
Schule wohl nicht die äußere Witterung fürchten muss, aber dass es doch oftmals
notwendig ist, eine Art Schirm und Schutz zu erfahren, bei dem man sich gut
aufgehoben und sicher fühlen kann.
Im Tagesgebet hob Herr Pfarrer Bauer hervor, dass das neue Schuljahr wohl
Momente des Erfolgs, der Anerkennung und der Selbstbestätigung bringen wird,
aber auch Probleme, Misserfolge und Enttäuschungen. Weiter hieß es dann:
„Gott, wir bitten Dich, dass es ein gutes Schuljahr wird, und wir danken Dir,
Herr, dass wir im Vertrauen auf Dich dieses neue Schuljahr beginnen können. Gib
uns Kraft und Mut für die Aufgaben und Herausforderungen,
die vor uns liegen. Sei Du uns nahe, wenn uns Misserfolge ereilen und uns der
graue Schulalltag zu verhärten droht. Darum bitten wir durch Christus, unseren
Herrn. Amen!“
In ihrer Lesung, in deren Mittelpunkt das Gedicht „Auf dem Weg“ stand,
stellten die Schülerinnen zum Abschluss Folgendes heraus:
„Jede und jeder, der sich auf den Weg macht, braucht Weggefährten. Gemeinsam
handeln, gemeinsam entscheiden, einander anvertrauen.
Befürchtungen, Hoffnungen und Träume teilen. Wir sind ‚Unterwegs-Gefährten’ auf
einem Weg in Freude und Trauer, Sonne und Regen.
Ein Begleiter ist uns immer sicher. Gott ist mit uns unterwegs, wenn wir im
Gesicht des Weggefährten den Bruder und die Schwester erkennen!“
Als Evangeliumstext war die Perikope „Der Sturm auf dem See“ (Mt 8, 23-27)
ausgesucht worden.
In seinen anschaulichen Predigtgedanken stellte Herr Pfarrer Bauer die
Verbindungslinien zwischen dieser Erzählung, der Hinführung durch die
Schülerinnen der Klasse G 6c und der schulischen Situation treffend und
humorvoll heraus, wobei er abschließend betonte, dass die im Glauben an Jesus
Christus grundgelegte Solidarität des Menschen mit dem Menschen den Schirm
bildet, der unsere Schülerinnen schützt und trägt. Dass diese Zuwendung zum
Einzelnen den Mittelpunkt unseres Schulprofils bildet,
verdeutlicht allein schon die Tatsache, dass die Eucharistiefeier den neuen
Lebensabschnitt unserer Schülerinnen der fünften Klassen eröffnet.
![]() |
Die von den Schülerinnen vorgetragenen Fürbitten nahmen alle Schüler und
Schülerinnen, deren Schulalltag wieder beginnt, deren Eltern sowie deren
Erwartungen, die Lehrkräfte und deren Belastungen und auch die sich neu
bildenden Klassengemeinschaften in den Blick. Anschließend wurde darum gebetet,
dass die, die mit Schule zu tun haben, neben der Schule die vielfältigen
Probleme der Welt nicht vergessen mögen.
Im Gabengebet hieß es: „Herr, unser Gott, wenn wir Dir heute am Beginn des neuen
Schuljahres Brot und Wein bringen, wird uns bewusst, dass wir alle gemeinsam aus
einer Quelle leben: Du bist diese verbindende Kraft, die alles zusammenhält.
Lass uns daran denken in der Mühle des Schulalltags, und nimm Brot und Wein
entgegen als Zeichen der Hoffnung und des Vertrauens, dass wir uns menschlich
begegnen und dass spürbar wird: Mit Dir können wir rechnen, mit Deiner
verbindenden und beschirmenden Kraft. Darum bitten wir durch Christus, unseren
Herrn“.
Die katholischen Schülerinnen und deren Eltern sowie deren Angehörige wurden
anschließend zum Empfang der Kommunion eingeladen, während die evangelischen
Christen durch Herrn Pfarrer Soellner und Herrn Pfarrer von Segnitz einzeln
gesegnet wurden.
Im Segensgebet hieß es: „Der Herr gebe Dir für das Wunderbare, das in Dir
steckt, die Zeit, die es zum Wachsen braucht, die Liebe, die es zum Blühen
bringt, die Begeisterung, die es strahlen lässt, die Phantasie, die es lebendig
hält, und die Geborgenheit, die es schützt. Dies alles gewähre euch der
dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“
Am Ende des Gottesdienstes erhielt jede Schülerin der fünften Klasse ein
Staffelholz in Miniaturform, das sie daran erinnern soll, dass man nur dann groß
herauskommt, wenn man auf die Kraft Gottes setzt und Mut, Zuversicht sowie
Teamgeist zeigt.
Dr. Jürgen Schmelter

