Meditative Einstimmung in die Maria-Ward-Woche 2012 und den Projekttag
In drei schulartübergreifenden Gruppen fand am Donnerstag, den 26. Januar 2012, die meditative Einstimmung in die Maria-Ward-Woche 2012 und den Projekttag „go green“ statt. Im Mittelpunkt der einführenden Veranstaltung für die Klassen G/R 10 bis Q 12 standen die Gedanken des „Aufwachens“ und des „Aufstehens“.
Im Rahmen dieser Meditation trug eine Schülerin der Q 12 einen Rollentext vor, indem sie in die Rolle der Maria Ward schlüpfte:
Zunächst einmal stellte sie erstaunt fest, dass gar nicht das Lied „Oh fie, fie, fie“ gesungen wurde, das eigentlich immer dann vorgetragen wird, wenn es um besondere Anlässe geht, die mit der Ordensgründerin zu tun haben. Maria Ward fand diesen Verzicht sehr angemessen, stellte sie doch fest, sich gar nicht tot, sondern höchst lebendig zu fühlen: Denn in diesen Tagen feiern überall auf der Welt die Schulen und Einrichtungen, die ihren Namen tragen, die Maria-Ward-Woche, um an das Ziel der Ordensgründerin zu erinnern, die ihr anvertrauten Menschen zu Gott zu führen, damit sie zu ihrer wahren Bestimmung als Menschen kommen und diese auch im Alltag leben.
Maria Ward führte aus, dass sich heute der Orden der Congregatio Jesu in einer großen Umbruchssituation befindet, geht es doch darum, den Schulorden in einen ignatianischen Frauenorden umzugestalten.
Sie stellte aber heraus, dass Veränderungen und Umbrüche sie gar nicht schrecken würden, denn sie selbst habe gewaltige Veränderungen durchlebt. Zunächst wollte sie nämlich fernab von der Welt im strengsten Frauenkloster nur für Gott und Jesus Christus da sein, sie wollte ohne Unterlass zu Gott beten, ihn und seinen Sohn verherrlichen und das eucharistische Brot empfangen.
Aber dann, tatsächlich, eines Tages sei sie dann aufgewacht und habe Wichtiges erkannt, was sie selbst ihre Mose-Erfahrung nennt: Moses geht nämlich auf, dass ihm das Geheimnis Gottes im brennenden Dornbusch nicht geoffenbart wurde, damit er sich nun in der Wüste eine Kapelle baut, um den Rest seines Lebens dieses Geheimnis zu meditieren.
Maria Ward erkennt, dass diese Erfahrung Gottes nicht hinter Klostermauern ein- und weggeschlossen werden und nur meditiert werden durfte, diese Gotteserfahrung muss in die Welt und allen Brüdern und Schwestern verkündet und zur Anwendung gebracht werden.
So arbeitet sie ihre revolutionäre Bildungs- und Klosterkonzeption aus.
„Das Aufwachen“ und „das Aufstehen“ kennzeichnen also ihren Weg, auf dem ihr bewusst wird, dass das eucharistische Brot nur dann ein „Brot zum Leben“ – „ein Lebensbrot“ – werden kann, wenn die Botschaft Gottes in die Welt hinausgetragen und dort als „Lebens-Mittel“ wirksam wird.
Dieses „Aufwachen“ und „Aufstehen“ wirkt sich aber auch auf Maria Wards Mitschwestern und Erben aus, die als ihre Nachfolgerinnen heute herausstellen, dass gerade den Bereichen Gerechtigkeit, Globalisierung, Einsatz für Menschenrechte und Bewahrung der Schöpfung eine zentrale Bedeutung zukommen muss.
So heißt es heute in den Ordensregeln: Wer das eucharistische Brot als Lebensbrot versteht, der muss auch die christliche Schöpfungsverantwortung wahrnehmen, die den Planeten Erben als zukunftsfähiges Lebenshaus für die kommenden Generationen bewahren will.
Maria Ward wandte sich dann direkt an die Schülerinnen und Lehrkräfte: Eine Schule, die meinen Namen als Maria-Ward-Schule trägt, muss also dieser Schöpfungsverantwortung gerecht werden! Was heißt das für uns persönlich?
Pfarrer Soellner stellte im zweiten Teil der Meditation heraus, dass gerade in dem, was unsere Verantwortung für die Schöpfung, für unsere Welt, angeht, eines von großer Wichtigkeit ist: Dass wir nicht verschlafen. Dass wir den Wecker hören. Dass wir aufwachen und beginnen, das Nötige zu tun:
Aufwachen und wahrnehmen, wie schön diese Schöpfung ist!
Aufwachen und erkennen, wie gedankenlos wir oft die Ressourcen in Anspruch nehmen und verbrauchen!
Aufwachen und uns zu Herzen nehmen, wie gefährdet unsere Schöpfung ist!
Aufwachen und erkennen, dass gerade wir gefordert sind!
Aufwachen und tun, was dem Leben dient!
Ein Segensgebet und das Schlusslied schlossen diese meditative Einstimmung ab. In diesem Lied heißt es:
„Jeder Teil der Erde ist ein Teil von dir, ist aus dir geboren. Gott, wir danken dir, Gott, wir danken dir!“
Dr. Jürgen Schmelter
