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Schulträger ist die Erzdiözese München und Freising 

 

Auszüge aus der Predigt von Erzbischof em. Friedrich Kardinal Wetter
beim Jubiläumsgottesdienst ,,175 Jahre Maria-Ward-Schule"
am 27. Juli 2010

 

Die christliche Bildung und Erziehung der weiblichen Jugend war Maria Wards Anliegen, das sie als Erbe und Auftrag ihren Töchtern hinterließ. In der Frauenfrage war sie für ihre Zeit erstaunlich modern. […] So leistete Maria Ward mit ihren Schulen Pionierarbeit in der Bildung der weiblichen Jugend. […]

 

In der Lesung hörten wir, dass Gott den Menschen gebildet hat, und zwar als sein Abbild. […] Gott hat den Menschen als sein Abbild jedoch nicht vollendet, sondern nur in seinen Wesenszügen grundgelegt. Er hat den Menschen als sein ihm gegenüberstehendes Du, als Person geschaffen, mit Freiheit begabt und ihm eine unantastbare Würde verliehen. Er hat ihn ausgestattet mit Rechten, die ihm keine Macht der Welt streitig machen kann; wir nennen sie Menschenrechte. Und er hat ihm Fähigkeiten verliehen, sein Leben weiter zu gestalten und so das grundgelegte Abbild Gottes zu vervollkommnen, d. h. sich selbst weiter zu bilden. Das ist die große Lebensaufgabe eines jeden Menschen. Dazu sollen in der Schule Lehrer und Eltern gemeinsam den jungen Menschen helfen.

 

Natürlich geht es in den einzelnen Schulfächern zunächst darum, Wissen zu vermitteln, Sprachen zu lernen, geistige Fähigkeiten zu entwickeln. Doch dies alles wird durch Bildung und Erziehung gebündelt und auf die persönliche Entfaltung der Schülerin hin ausgerichtet. Geist und Herz machen zusammen die Mitte der Persönlichkeit aus, die es zu bilden gilt.

 

Wer Menschen bildet, muss darum auf das Urbild, auf Gott schauen. Denn nur wer Gott kennt, kennt den Menschen.  […] Jesus Christus ist das Idealbild des Menschen, auf das hin wir unsere Bildungsarbeit einer katholischen Schule auszurichten haben. Es genügt nicht, nur allgemein vom christlichen Menschenbild zu reden. Farbe muss bekannt werden: das christliche Menschenbild ist Jesus Christus. In ihm ist es in unüberbietbarer Weise verwirklicht.

 

An Jesus gilt es abzulesen, worum es in unserem Leben geht und worauf es im Menschenleben ankommt. Es ist das Gesetz der Liebe, die uns Christus vorgelebt hat. Seine Liebe zu uns ist so groß, dass er für uns sein Leben hingegeben hat. Menschliche Größe zeigt sich im Dasein für andere, nicht in der Ichsucht, die alles an sich raffen will, sondern im Hergeben, in der Hingabe seiner selbst. Nur im Dasein für andere reift der Mensch seiner Vollendung entgegen. Die Compassion-Projekte an unserer Maria-Ward-Schule wollen dies erfahrbar machen. Im Umgang mit den Leidenden und Schwächsten zeigt sich, welchen Wert der Mensch hat, einen Wert, der mit keinem Gut der Welt aufzuwiegen ist. […]

 

Liebe Schülerinnen, die Maria-Ward-Schule ist für Euch da. Nehmt alles auf, was Euch hier geboten wird, Euren Geist und Euer Herz zu bilden. Hier wird Euch ein Kompass für Euer Leben mitgegeben, der Euch auf den richtigen Weg führt. Es gibt viele Lebenswege, und jede von Euch muss ihren eigenen Weg gehen. Doch all Eure Wege sollen einmünden in den einen Weg, der den Namen Jesus Christus trägt. "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6), sagt der Herr. Er ist der Weg zu menschlicher Reife und Größe. So möge sich an Euch die Hoffnung Maria Wards erfüllen, die sagte: "Ich hoffe, dass man in Zukunft sehen kann, dass Frauen Großes vollbringen." Ja, lasst Euch von Eurer Schule auf den Weg zu wahrer menschlicher Reife und Größe führen!

 

 

 

Auszüge aus der Rede von Dr. Hubert Gruber
anlässlich seiner Einführung als Schulleiter
am 11. September 2006

Eine konfessionelle Schule hat, wie jede andere Schule auch, die Aufgabe, die uns anvertrauten jungen Menschen zu bilden und somit im bestenSinne des Wortes ins Bild zu setzen, damit unsere Schülerinnen im Bilde sind und bleiben. Im Bilde aber ist nur, wer

                                           1) informiert
                                           2) orientiert und
                                           3) engagiert ist.

Selbstverständlich haben auch katholische Schulen so gut als möglich zu informieren – und diese Information (= fachliche Wissensvermittlung) darf nicht geringer sein als an öffentlichen Schulen. Oder noch prägnanter formuliert: Unsere Schulen dürfen in der Wissensvermittlung keinesfalls schlechter informieren/unterrichten als die staatlichen Schulen.
Eine konfessionelle Schule muss aber auch orientieren. Was nützt uns eine bestens informierte Gesellschaft, in der die Menschen in der Informationsflut untergehen und in der sie nicht mehr wissen, wer sie sind, woher sie kommen und wohin sie gehen. Hier müssen wir als katholische Schule ohne Wenn und Aber besser sein als andere, weil wir auf diesem Gebiet ganz einfach viel mehr zu bieten haben als andere.
Schließlich sollte eine konfessionelle Schule auch engagieren. Was nützt uns eine informierte und allenfalls auch noch orientierte Gesellschaft, wenn die jungen Menschen am Ende aller Bildungsbemühungen sagen: „Ich habe null Bock auf nichts!“ Das Entscheidende an der Bildung ist also das Engagement für die Gesellschaft!
Gebildet ist, wer im Bilde ist. Im Bilde sein aber bedeutet, dass man nicht als gelangweilter Zuschauer durch die Bildergalerie der Welt wandert, sondern dass man sich selber im Bilde weiß: Wer im Bilde ist, gehört dazu. Man kennt den Rahmen des Bildes. Man kann den Vordergrund vom Hintergrund, das Wesentliche vom Unwesentlichen und den Schein von der Wirklichkeit unterscheiden. Man ist also weder farben- noch wertblind. In dieser Hinführung zum Engagement für die Gesellschaft liegt letztlich das besondere Kennzeichen einer katholischen Schule.
Dieses soziale Engagement für die Gesellschaft setzt aber auch das Wissen bzw. das Gespür um bestimmte Werte voraus, womit die Frage im Raum steht, welche Werte eine konfessionelle Schule besonders zu vermitteln suchen sollte? Vielleicht sollte eine katholische Schule bei der Beantwortung dieser Frage ganz einfach vom Grundgedanken ausgehen, dass der Mensch

                                             1) ein Geschöpf Gottes
                                             2) ein Mitmensch und
                                             3) ein Mitgeschöpf ist,

dann ergibt sich nämlich das Erzieherische bzw. die Wertevermittlung, insbesondere der Respekt bzw. die Ehrfurcht vor den Menschen und den Dingen, die Toleranz, Kompromiss- und Konsensfähigkeit sowie die Verantwortung für die Mit-, Um- und Nachwelt, geradezu von selbst. Uns dies als Lehrkräfte immer wieder vor Augen zu halten, sind wir nämlich nicht nur den uns anvertrauten Schülerinnen schuldig, sondern gerade auch dem Erbe Mary Wards.