Der Besuch der alten Dame
(von Friedrich Dürrenmatt),
aufgeführt von der Theater-AG des MWG am 03. und 05. Juli 2007
„Große Aufregung herrscht in Güllen: der lang ersehnte Besuch der Milliardärin Claire Zachanassian steht vor der Tür.
Die frühere Klara Wäscher kehrt nach 45 Jahren in ihre verarmte Heimat zurück – und mit ihr, so hoffen die Güllener, auch der frühere Reichtum der einst weithin bekannten Kulturstadt.
Aber die alte Dame hat andere Pläne. Einst wegen eines unehelichen Kindes gezwungen fortzugehen, hat sie nur ein Ziel: Rache an Alfred Ill, ihrem einstigen Jugendfreund, der damals die Vaterschaft bestritt.
Also macht sie den Güllenern ein unmoralisches Angebot: Eine Milliarde für den Tod von Alfred Ill: Empört weisen die Güllener das Angebot zurück.
Doch nach und nach erliegen sie immer mehr der Versuchung von Reichtum und Luxus …“
(Zusammenfassung von Carla Mattes, K 13)
Soweit in groben Zügen der Inhalt unseres diesjährigen Theaterstücks.
Im vergangenen September stand ich als absoluter Neuling (sowohl was die
Mitarbeit in der Schule als auch was die Theaterarbeit anging) vor 12 Theater
erfahrenen Mädchen in der Aula. Das Stück stand fest, Schwester Bertholda hatte
es noch ausgesucht. Wir stürzten uns motiviert in die Probenarbeit.
Zunächst stellte sich das Problem, wie wir mit unserer begrenzten Teilnehmerzahl
die 32 vorgesehen Rollen ausfüllen sollten. Deshalb haben wir zunächst den Text
gekürzt und einige Nebenrollen herausgestrichen. Zusätzlich mussten alle
Schauspielerinnen, bis auf die beiden Hauptpersonen, mehrere Rollen übernehmen.
Und dann kamen im Laufe des Winters noch unsere „vier Kleinen“ aus der R6a als
Verstärkung. So konnten wir die Last gut verteilen.
Für die Inszenierung hatten die Schülerinnen immer wieder neue Ideen. Vieles
probierten wir aus, einiges war so gut, dass wir es ohne Änderung übernahmen,
anderes regte zu neuen Vorschlägen an. So entwickelte sich im Laufe des
Schuljahres ein immer klareres Konzept für die Aufführung.
Unser großes Problem war, dass wir für die Proben während des Winters fast nie
die Aula zur Verfügung hatten, weil sie für den Sportunterricht benötigt wurde.
Proben im Klassenzimmer machen keinen Spaß. Außerdem mussten wir ein Gefühl für
die Dimensionen der Bühne entwickeln, entscheiden, wie die Auf- und Abgänge zu
erfolgen hatten. So hatten einige von uns im Frühjahr ein extremes
Motivationstief und wollten das Stück kippen. Nur der Wille, am Schuljahresende
auf der Bühne stehen zu wollen, hat die notwendigen Reserven freigesetzt, die
Probenarbeit fortzusetzen. Mit vielen Sonderproben – zum Teil zu sehr
schülerunfreundlichen Zeiten – haben wir es letztlich geschafft.
Der Beifall des Publikums hat uns für alle Mühen entlohnt.
Monika Bunk