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Hr. Dr. Erös hielt am Dienstag, den 23. 01.2007 in unserer Aula den älteren Schülerinnen einen durch seine persönlichen Erfahrungen eindrucksvollen Bericht über seine Initiative für die „Kinderhilfe Afghanistan“.


Sein Frau Annette Erös berichtete den jüngeren Mitgliedern unserer Schulfamilie in der Kirche vom Leben der Kinder in Afghanistan.

Informations- Flyer der Kinderhilfe Afghanistan

Dankesschreiben der Lehrerinnen und Lehrer der Afghanistanhilfe für 5000€ der SMV

1261 € Spende aus dem Verkauf von Maria-Ward-Brownies in der Maria-Ward-Woche 2007

Unten stehend die Gedanken von Hr. Dr. Erös, die er im Vortrag mit erschütternden Fotos unterstrich.

AFGHANISTAN -
ein Volk kämpft um Frieden

Ein Vierteljahrhundert herrschten Krieg, Bürgerkrieg und Elend in diesem kleinen Land am Hindukusch.

An Weihnachten 1979 hatte die damalige Sowjet-Armee das Land überfallen und über zehn Jahre einen erbarmungslosen Krieg gegen die Zivilbevölkerung geführt.
Über eine Million Menschen wurde getötet, 2 Millionen wurden verstümmelt, über sechs Millionen Menschen mussten aus ihrer Heimat fliehen.
Noch immer leben Hunderttausende von ihnen in Pakistan und im Iran.
1994 haben die Taliban, Unterstützt und gefördert von Pakistan und Saudi-Arabien, geduldet von den USA, das Land besetzt. Fast sieben Jahre übten sie vom Westen ungestört ein grauenvolles Terrorregime aus:
Primitive Koranschulen ersetzten Universitäten und Schulen, Museen wurden geplündert und unersetzliche Kulturdenkmäler zerstört.
Frauen und Mädchen wurden ihre elementaren Grundrechte entzogen, jede Art von Schulbesuch oder Berufsausbildung verboten. Schon bei geringen Verstößen wurden Frauen gesteinigt.
Afghanistan fiel in tiefe Agonie.
Der Saudi-Millionär Osama Bin Laden fand Schutz und Unterstützung bei den Taliban und konnte ab 1996 in den Bergen im Osten ungestört mit den Mordgesellen der Al Quaida seine Terrorangriffe vorbereiten.
Erst mit dem 11. September 2001 wachte die Welt auf.
In einem „Blitzkrieg“ gelang es unter Führung der US-Luftwaffe in wenigen Wochen die Taliban aus ihren Machtpositionen zu entfernen und Osama Bin Laden und Al Quaida aus Afghanistan zu vertreiben.
Seit Anfang 2002 keimt wieder Hoffnung im Land. Wir haben schon während der sowjetischen Besatzung Afghanistans mehrere Jahre (1987 1990) mit unseren vier Kindern in Peschawar gelebt und uns als Lehrerin und Arzt für die Kinder und Frauen engagiert.
In diesen schrecklichen Jahren sind uns insbesondere die Kinder Afghanistans ans Herz gewachsen.
Auch nach unserer Rückkehr nach Deutschland (1990) haben wir das Land und seine wunderbaren Menschen nicht vergessen:
Um den Kindern und Jugendlichen Afghanistans effektiv und langfristig helfen zu können und um ihnen und ihrem Land eine friedliche und prosperierende Zukunft zu ermöglichen, gründeten wir 1998 das Projekt

„KINDERHILFEAFGHANISTAN“.

Zusammen mit unseren ausschließlich afghanischen Mitarbeitern errichten, betreiben und unterstützen wir in den Ostprovinzen Afghanistans und in grenznahen Flüchtlingslagern

* Friedens-Schulen,
* Computer- Klassen,
* Werkstätten für Solar-Anlagen,
* ein Waisenhaus,
* eine Basis-Gesundheitsstation und
* eine Mutter Kind Klinik.


Unsere erste Friedensschule haben wir noch unter dem Regime der Taliban 1998 in Peschawar gegründet. An ihr wurden über vier Jahre mehr als 1000 afghanische Mädchen unterrichtet.

Nach dem Sturz der Taliban konnten wir auch innerhalb Afghanistans die ersten Schulen aufbauen und einrichten.
Seit dem Winter 2001 haben wir in entlegenen Gebieten der noch immer unruhigen Ostprovinzen insgesamt 16 Schulen für ca. 45000 Kinder errichtet.
Wir unterrichten an unseren Schulen gemäß den staatlichen Lehrplänen die Landessprachen Farsi und Paschtu, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie,. Geographie, Geschichte, Gesundheits-Lehre, Religion.
Schulbesuch und das gesamte Lernmaterial sind kostenlos. Besonders arme Kinder und Waisen erhalten regelmäßig Mahlzeiten / Essenspakete.
An einigen Schulen wird als Fremdsprache auch DEUTSCH angeboten.
In Zusammenarbeit mit UNICEF haben wir das Fach „ERZIEHUNG ZUM FRIEDEN“ in den Unterrichtsplan aufgenommen.
In unseren sechs Computer-Schulen unterrichten wir über 1000 Buben und Mädchen. Im Sommer 2006 wurde von unseren Computer-Lehrern das erste PC-Lehrbuch Afghanistans in der Sprache Paschtu geschrieben und veröffentlicht. Es findet inzwischen überall in Afghanistan großes Interesse und Absatz.
Besonders begabte Mädchen erhalten eine Ausbildung in „web-design“.
In unseren „Zukunftswerkstätten“ bilden wir junge Männer im Bau von Solarkochern und Solar-Lampen aus.
Unser Waisenhaus in Nangahar beherbergt derzeit 200 Waisenbuben und -mädchen.
Über 1700 Lehrerinnen und Lehrer, Ingenieure, Maurer, Bauhelfer, Ärztinnen, Arzte, Hebammen und andere Helfer erhalten von uns ein regelmäßiges Einkommen und ernähren damit ihr Familien.
Zuhause in Europa und in den USA haben wir seit dem 11. September 2001 in über 1200 Vorträgen an Schulen und Universitäten, bei Vereinen und vor politischen Clubs, in Bildungswerken und in Ausschüssen von Parlamenten, in politischen Sendungen und Interviews mit TV, Radio und den Print-Medien das Thema Afghanistan „am Leben erhalten“ und für anhaltende politische, mediale und humanitäre Unterstützung geworben.

Lang anhaltender Applaus nach dem Vortrag zeigte die Ergriffenheit der Zuhörer.

Danach überreichte Hr. Schuster im Namen der SMV 5000,- € aus dem Erlös des Weihnachtsbazars für die Kinderhilfe Afghanistan

Dankesschreiben der Lehrerinnen und Lehrer der Afghanistanhilfe

Informations- Flyer der Kinderhilfe Afghanistan

Textzusammenstellung: T. Pfeffer

 

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