Solarzellengruppe der
Maria-Ward-Schule gewinnt 3. Preis
Sechs Mädchen aus der Klasse G10d schlossen sich im Dezember 2005 zu einer Arbeitsgruppe Solarzellen zusammen, um am Wettbewerb Powered by Space für Schulen aus München und Umgebung teilzunehmen. Dafür wurden den Schulen vom EADS-Konzern (European Aeronautic Defence and Space Company) viele kleine Solarzellen zur Verfügung gestellt, die auch in der Raumfahrt zum Einsatz kommen. Aufgabe war es, damit ein solarzellenbetriebenes Fahrzeug oder Kunstwerk zu basteln.
Die Idee der Mädchen war es, ein Modell eines Skilifts (Sessellift) zu realisieren, der mit der Energie aus Solarzellen angetrieben wird. An vielen Nachmittagen zwischen Dezember 2005 und Ende März 2006 ging die Gruppe zusammen mit Physiklehrer Martin Schwendke nun daran, die Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Sehr geschickt erwiesen sich die Mädchen darin, kleine Drähte an die äußerst dünnen und sehr zerbrechlichen Solarzellen zu löten. Vorsichtig mussten anschießend die Zellen mit Heißkleber auf Platinen angebracht werden. Danach waren die Anschlussdrähte mit den leitenden Schichten auf der Unterseite der Platinen zu verlöten, wobei auf eine einheitliche Polung geachtet werden musste. Nach vielen Arbeitsstunden waren schließlich über 50 Solarzellen sauber auf den Platinen angebracht. Nebenbei wurde ein Modell eines Berges mit Skihang aus Pappmaché und Gips auf einer Holzplatte errichtet. Dabei war die ebenso kompetente wie spontane Hilfe der Mutter einer Schülerin äußerst hilfreich. Tal- und Bergstation des Sesselliftes wurden aus Teilen eines Metallbaukastens gefertigt, in die Talstation wurde ein kleiner Solarmotor eingebaut. Mit etwas Tüftelei konnte schließlich noch die Frage geklärt werden, wie viele Platinen parallel und wie viele in Reihe zu schalten waren, damit der Solarmotor auch unter Last arbeiten konnte. Mit Ausdauer und Akribie verschönerten die Mädchen das Modell zuletzt mit kleinen Männchen, Bäumchen und weiteren Teilen aus ihren alten Lego-Sammlungen, die sie zum Teil auch noch bemalten.
Der Modell-Sessellift funktioniert bei direkter Sonneneinstrahlung oder Beleuchtung durch kleine Scheinwerfer und ist ein gutes Beispiel dafür, wie alternative Energiequellen eine umweltgerechtere Technik ermöglichen können.
Sehr zur Freude der fleißigen Schülerinnen wurden die Mühen der Solarzellengruppe durch die Fachjury des Wettbewerbs belohnt und dem Beitrag der Maria-Ward-Schule unter 85 eingereichten Objekten der 3. Preis zugesprochen. So durften die Schülerinnen ihr Modell dann auch am 28. April im Rahmen des Münchner Solartags am Marienplatz der Bevölkerung präsentieren. Jurymitglied Wilhelm Kirchensteiner vom Bildungszentrum für Solartechnik München übergab in diesem Rahmen auch die Siegerurkunde. Der Preis war eine sehr interessante Reise nach Heilbronn zur RWE Space Solar Power GmbH.
Aus der Sicht des Physiklehrers war der Wettbewerb als hervorragende praktische Vertiefung des Physikunterrichts der 10. Klasse (Themen u. a.: Elektrizitätslehre, Halbleiterphysik, alternative Energien) geeignet. Nicht minder erwähnenswert ist aber auch der Effekt zur Förderung von Kreativität, Zielstrebigkeit und Teamgeist Qualitäten, welche die teilnehmenden Schülerinnen in ihrer freiwilligen Arbeit in beeindruckender Weise unter Beweis gestellt haben.
Martin Schwendke
![]() |
Die Solarzellengruppe der Maria-Ward-Schule mit ihrem Modell und Physiklehrer Martin Schwendke (von links: Alexandra Worbs, Pia Meier, Anna-Sophie Arthuber, Linda Heydeck, Karin Neumeier, Sabrina Socher)
![]() |
Jurymitglied Wilhelm Kirchensteiner übergibt die Urkunde für den 3. Preis im Solarwettbewerb Powered by Space an die Solarzellengruppe der Maria-Ward-Schule.

