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„Umweltwoche“
in der JH Benediktbeuern
für die Klassen G 5a/b/c


Schülerbericht


Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern

Pünktlich um 11:28 Uhr trafen die Schülerinnen der G 5c, die von ihrer Mathematiklehrerin, Frau Christiane Pfuhl, und ihrem Klassenleiter, Herrn Dr. Jürgen Schmelter, begleitet und betreut worden waren, wieder im Münchener Hauptbahnhof an, wo die meisten bereits von ihren Eltern erwartet wurden. Sicherlich gab es eine Menge über die Umweltwoche, die vom 16. bis 20. Juni 2008 stattfand, zu erzählen:

Auf der Hin- und Rückfahrt stellte jeweils das Umsteigen mit den großen Koffern eine echte Herausforderung dar, zumal es galt, in kurzer Zeit den Anschlusszug zu erreichen. Diese erste Koordinationsaufgabe wurde aber bereits montags auf der Hinfahrt nach Benediktbeuern mit großer Bravour bewältigt; freundlicherweise wartete auch noch der Anschlusszug nach Kochel auf uns, denn der Regionalzug nach Tutzing hatte sich um etliche Minuten verspätet.
In Benediktbeuern angekommen, konnten gleich die Zimmer bezogen und hergerichtet werden. Auch die ersten Schwierigkeiten, die Betten zu verteilen und das Hochbett zu erklimmen, konnten bald gemeistert werden. Nur eine Schülerin ist während des Aufenthalts aus dem Bett gefallen, wobei sie sich aber nur geringfügig verletzt hat. Nach einem schmackhaften Mittagessen – es gab Spaghetti mit Tomatensoße sowie Salat – konnte Herr Matthias Fischer, unser Betreuer aus dem Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern (ZUK), zu uns stoßen.

Schon ging es hinaus in die Natur rund um Benediktbeuern. Als Erstes standen kooperative Abenteuerspiele auf dem Programm. Im Innenhof des weitläufigen Klostergeländes galt es zunächst, einen Kreis zu bilden, sich an den Händen zu halten und anschließend eine Aufgabe zu bewältigen, bei der allerdings nicht gesprochen werden durfte, was eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellte. Zwei Schülerinnen erhielten einen Reifen, durch den jetzt alle Klassenkameradinnen – ohne die Hände loszulassen – durchklettern mussten. Ohne miteinander sprechen zu dürfen, mussten die Schülerinnen ihr Vorgehen abstimmen, was schließlich auch zum Erfolg führte. Allerdings belohnte der Himmel diesen nicht, denn es fing aus dunklen Wolken, die uns fast die ganze Woche begleiten sollten, immer wieder zu regnen an. Als Zweites galt es, ein mannshohes Holzdreieck, an dem sich viele Seile befanden, vor das Klostergelände zu schleppen. Dann wurde das Holzgerüst mühselig aufgestellt. Durch die Seile, die die Schülerinnen der G 5c hielten, wurde das Holzgerüst fixiert, auf dessen untersten Balken anschließend eine Schülerin klettern durfte. Gehalten wurde jetzt das Gerüst durch die Seile. Die Schülerin konnte durch das Wechseln des Körpergewichts und durch entsprechende Anweisungen an ihre Mitschülerinnen jetzt versuchen, auf diesen überdimensionalen Stelzen zu laufen, was auch unter erheblichen Anstrengungen derjenigen gelang, die das Seil zu halten hatten. Es versteht sich von selbst, dass alle einmal in das Gerüst einsteigen wollten!

Schließlich ging es an diesem Nachmittag noch in das Moorgelände. Eine besondere Attraktion stellte in diesem Zusammenhang das Begehen des Barfußpfades dar, der über die verschiedensten Steine, Gräser, Hölzer, Brücken und durch verschiedene Tümpel und Matschlöcher führte. Als besondere Attraktion lud Herr Fischer zu einer Mutprobe ein: Er stieg als Erster in einen kleinen See, um hier einen als besonders aggressiv geltenden Frosch aufzuscheuchen. Dann musste man barfuß dieses Feindgebiet durchqueren. Alle Schülerinnen und Lehrkräfte erreichten zum Glück die andere Seeseite! Der Rückweg in die Jugendherberge „Miriam“ führte an verschiedenen Tümpeln vorbei, in denen herrliche, große Seerosen wuchsen.
Nach dem Abendessen gab es noch eine Spiele-Runde, bevor dann auf Wunsch der Schülerinnen das EM-Spiel Deutschland – Türkei im Fernsehen angeschaut werden konnte.

Am nächsten Morgen führte uns Herr Fischer nach dem Frühstück ins Lainbachtal. Leider spielte das Wetter überhaupt nicht mit, denn schon nach kurzer Zeit goss es wie aus Kübeln. Die robuste, wetterfeste Kleidung sollte sich für einige Zeit bewähren, bevor sie dann aber auch bei allen vor dem heftigen Regen kapitulieren musste. Wir durchquerten das Felsenbett des Lainbaches, erkletterten mit Hilfe des Seiles Uferböschungen und ließen uns auch am Seil wieder ins Bachbett hinunter. Da in früheren Zeiten die reißenden Fluten des Baches oftmals über die Ufer traten, wurde auch eine Kapelle am Randes des Baches gebaut, die wir während des strömenden Regens in Augenschein nahmen. Im weiteren Verlauf der Tagesexkursion galt es für Frau Pfuhl und Herrn Dr. Schmelter, diverse Lauf- und Stimmungskrisen auf Seiten der Schülerinnen zu bewältigen, was erfreulicherweise auch zum Erfolg führte, selbst bei den Exkursionsteilnehmerinnen, die ihre Füße in fünfzig Zentimeter tiefen und vermeintlich seichten Wasserstellen wiederfanden. Zum Abschluss erhielten alle den Auftrag, Wasserproben zu nehmen und die Wasserqualität zu bestimmen. Diverse Aufschreie hallten durch das Lainbachtal, als man unvermutet ziemlich große Wassertiere im Sieb und im Eimer fand. Selbstverständlich begleitete uns auch der heftige Regen auf dem Rückweg.

Nach einer längeren Rekreationspause in der Jugendherberge, die durch verschiedene Stimmungskrisen in diversen Zimmern unterbrochen werden sollte, und dem Abendessen trafen wir uns zur geführten Nachtwanderung, die unter anderem in einen tiefen dunklen Wald führte. Hier bestand die Gelegenheit, alleine, in Gruppen zu zwei, drei oder mehreren Schülerinnen ein Stück allein durch den Wald zu laufen, bis man wieder auf Herrn Fischer traf, der uns vor Begehen des Waldes die verschiedenen Tiergeräusche, die deutlich zu hören war, erläutertet hatte. Unter anderem hörte man auch das verärgerte Gebrüll eines Rehbocks, der sich offensichtlich lautstark darüber aufregte, in seiner Waldeinsamkeit auf der Suche nach der Zweisamkeit gestört zu werden. Als sich alle beim vereinbarten Treffpunkt eingefunden hatten, verteilte Herr Fischer Filzmatten an uns, die wir auf den nassen, matschigen Waldboden zu legen hatten, um darauf Platz zu nehmen. Dummerweise platzierten nicht alle Schülerinnen ihr Hinterteil punktgenau auf der Matte!
Herr Fischer las uns dann ein Märchen der Gebrüder Grimm vor, in dem es um ein gefährliches Abenteuer im Wald ging. Die als Leseleuchte dienende brennende Kerze beleuchtete dabei die unheimliche Szenerie. Die obligatorisch vorzulesende Gruselgeschichte des Abends wurde also schon vor Ort vorweggenommen. Mit letzter Kraft erreichten wir um 23:15 Uhr die Jugendherberge!

Zum Glück konnte man es am nächsten Tag langsamer angehen lassen, denn es stand das „Indoor-Programm“ an: Wir schöpften in den Räumen des ZUK eigenhändig Papier, in das selbst gesammelte Naturmaterialien aufgenommen wurden. Am Nachmittag, nachdem wir gemeinsam in der Jugendherberge unser jeweilige Lunchpaket verzehrt hatten, fand die geführte Klosterbesichtigung statt. Anschließend bestand für die Schülerinnen die Möglichkeit, im Klosterladen einzukaufen, was ausgiebig genutzt wurde. Auf dem Rückweg in die Jugendherberge durchquerten wir das klostereigene „Blumen- und Kräuterlabyrinth“. Anschließend wurden noch „schlaue Füchse gesucht“! Die Schülerinnen waren zu einer besonderen Spurensuche eingeladen, denn sie sollten die Umgebung des Klosters und der Jugendherberge im Rahmen einer Entdeckungstour erkunden.

Nach dem Abendessen luden diverse Spiele in den Gruppenraum ein, wie beispielsweise „Blinzeln“ oder „Mörder-Blinzeln“.

Am Donnerstag stand die Bergwaldexkursion auf dem Programm. Mit dem Regionalzug fuhren wir zunächst nach Kochel und erreichten wandernd den Bergwald, allerdings an diesem Tag zum Glück bei strahlendem Sonnenschein. Die Exkursion wurde durch diverse Spiele eingeleitet, anschließend konnte man die verschiedenen Tiere und Naturmaterialien, die der Bergwald zu bieten hat, kennenlernen. Zum Abschluss erreichten wir den herrlichen Lainbachfall, dessen Wassermassen aus zwanzig Meter Höhe nach unten stürzen. Hier hielten wir uns dann längere Zeit auf und bewunderten – barfuß im Quellwasser laufend - vor Ort dieses grandiose Naturschauspiel. Am Lainbachtal entlang wanderten wir anschließend nach Kochel zurück.

Den Abschluss dieser Woche bildete der bunte Abend, die Verabschiedung von Herrn Fischer, die Überreichung eines Präsentes an ihn und die Prämierung des schönsten Zimmers. Herr Fischer bedankte sich schließlich mit einigen Liedern, die er zur Gitarre vortrug.
Nicht vergessen sollten wir, uns bei Sr. Anna und ihrem Team zu bedanken. Die Leiterin der Jugendherberge lässt ausrichten, dass ihr unsere Schülerinnen immer willkommen sind!

Dr. Jürgen Schmelter




 

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